ÄNDERUNG IN PLANUNG. Neuer Termin "BERICHT DER MOSKAUFAHRER" fr, sa oder so, den 5.6.oder 7.6. 26, 18 Uhr im Bürgerbüro (Nico Rudolph MdL/BSW) Adelsbergerstraße 4, statt "29.5. Bericht der Moskaufahrer, ab 18 Uhr in der Zimmerbühne"
Vielleicht hätte man meine kurzen Worte zur Parkinsonerkrankung senden sollen, damit für manchen manches klarer wird, aber auch so ist es ganz passable, abgesehen davon, dass ich KEINE Künstlerin bin
SACHSEN FERNSEHEN
Super bis grandioser Auftritt von Kai Degenhardt in der Zimmerbühne Chemnitz Mag man die Schmuddelkinder auch abstrakt heroisieren, kommen sie, so zieht man es doch vor besser nicht zu Hause zu sein, bzw. nicht dort zu sein, wo es dreckig werden könnte. So in etwa könnte man die Haltung der Medien umschreiben, die sich einfach nicht in der Zimmerbühne sehen lassen möchten, zumindest nicht im Dienst. Wie viel aber hätte man z.B. auch gestern von einem Kai Degenhardt aus erster Hand erfahren können, wäre man nicht gedrillt, sondern mit einem eigenen Denkapparat ausgestattet...der aber nicht will, darf, sondern nur soll. Fragt sich nur wozu, was und wieso?! Und: VON WEM?!
Die bekannten Preisfragen halt… Apropos Preis. Für die Besucher der Zimmerbühne ist das alles kostenlos, wer möchte und kann, darf gerne spenden. Gestern waren alle Anwesenden in der passabel gefüllten ZBC (bis auf drei Plätze) oft selbst eingebunden, als das „Solidaritätslied“ oder „Vorwärts und nicht vergessen“ und die "I" angestimmt wurden. Die Stimmung war sowieso echt und prima, und Kai Degenhardt ein wirklich guter, freundlicher und rundum sympathischer, aber auch kenntnisreicher Interpret und Arrangeur, Liedermacher und Verwalter des „Familienerbes“, wie er es selbst scherzhaft nennt, wenn er den „guten, alten“ Degenhardt zum Klingen bringt. Dazwischen parliert er kleine Frotzeleien der Gastgeberin, die, selbst profunde Kennerin der Szene, wie auch Bewahrerin, immer wieder korrigierend eingreift, weil sie z.B. weiß, dass zum Mühsamtext DER REVOLUZZER die Zahl 1907 im Vorspruch vom großen Ernst Busch genannt wird...oder auch das offizielle Entstehungsjahr der Degenhardt- LP WALLFAHRT ZUM BIG ZEPPELIN mit 1971, statt 1972 verlegt. Wie auch die 1966(!) entstandene LP VÄTERCHEN FRANZ, und die anschließende Frage, was FJD in der Meisterhallen-Liveversion sagt („1966“ ein guter, alter Degenhardt“) Ein spaßiger Wettbewerb ums Recht…mit einem geschätzten Ergebnis von 4:0 ;)
Wenngleich sich Degenhardt jr. nicht an Brechts Forderung für die Misuk-Musik hält, so hat eben jener Revoluzzer in seiner Ausgestaltung einen adäquaten Sound gefunden, den man durchaus goutieren kann. Auch seine leicht nuanciert und akzentuiert vorgetragenen Adaptionen des „guten, alten Degenhardts“ bleiben nah am Original, setzen aber auch eigene Momente. Das politisch bunte Publikum stieg jedoch unisono darauf ein und bewies die unerschütterliche Verwurzelung in qualitätsreichen Texten, die in Zeiten und Fakten unstrittig zwischen den Anwesenden - und vor allem wahr – sind… Kai Degenhardt nimmt man seine wenigen abweichenden Meinungen ab, will sagen, selbst wenn er nur einem Teil des Publikums aus der Seele spricht, als er die Schuld am Tod der im Mittelmeer ertrunkenen erwähnt und die Auffassung vertritt, noch vor kurzer Zeit habe man diese Leute angeworben und die Tatsache, dass es Christen waren (wie der besungene Italiener Tonio Schiavo) sei nicht von Bedeutung, so dachten wohl manche, dass dies doch letztlich nicht ganz richtig ist, denn obwohl die Italiener, welche die berühmten „Klingen, aus Solingen“ hier als Mitführgegenstand etablierten, so waren es bei ihnen meist nur jüngere Leute die untereinander Fehden ausfochten, die aber sonst faktisch nur gegen die heimische Bevölkerung virulent wurden, wenn, wie im Lied, Poliere tatsächlich bösartige Bemerkungen vom Stapel ließen. Denn: zwischen Italienern und Deutschen gab es schon sehr lange wirtschaftliche und ideologische Ähnlichkeiten. Die Möhnetalsperre wurde, nur als Beispiel, schon zu „Kaisers Zeiten“ mit Arbeitern aus Italien gebaut, die auch im Sauerland blieben, es gab aber auch Fälle wie den 21jährigen Sizilianer Pietro Schembri….
In Veranstaltungen der Zimmerbühne wurde schon öfter gemeinsam gesungen und es gab auch Skeptiker, die es geradezu als „faschistisch“ ansahen, wenn jemand zum Mitsingen animierte, während andere dieses lange vermissten und froh darüber waren, einmal gemeinsam singen zu können. Was dem einen sin Uhl, ist dem anderen sin...ach, Sie kennen das ja. ICH jedenfalls fand es gut und als alle am Ende die Internationale intonierten („Danach kann nichts mehr kommen“ KD in Anleihe bei Hannes Wader) da waren 1,5 Stunden wie im Fluge vergangen.
Hoffen wir, Kai Degenhardt wird nochmal in den Kreis der FREUNDE DER ZIMMERBÜHNE CHEMNITZ zurückkehren, denn UNS ALLEN hat es gut gefallen! Wie auch die mehr oder weniger privaten Gespräche der Anwesenden mit dem Künstler...einer der großen Vorzüge der ZBC-Konzeption...im Nachgang zeigten…. https://youtube.com/shorts/f2eelohcsB8?si=dvs8LJMKXFqiuobU
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